"

und geld stinkt doch

Fotobearbeitung nach einem Foto von: nz-wordpress.com



Kunstwerk aus Schloss entwendet 

Überschwemmung nach Diebstahl goldener Toilette


Donald Trump lehnte es einst als Leihgabe ab - nun ist das 18-Karat-WC von Künstler Maurizio Cattelan in Großbritannien verschwunden.

Diebe haben eine goldene Toilette aus einer Kunstausstellung in Großbritannien gestohlen. Das Werk "America" des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan, eine voll funktionsfähige 18-Karat-Goldtoilette, wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Samstag aus dem Schloss Blenheim Palace in der englischen Grafschaft Oxfordshire gestohlen. In dem Schloss, das zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, gab es eine Überschwemmung. Das Klo war zuvor im New Yorker Guggenheim Museum ausgestellt gewesen und soll einen Wert von 1,1 Millionen Euro haben. Im vergangenen Jahr erlangte es eine gewisse Berühmtheit, weil das Museum es US-Präsident Donald Trump als Leihgabe angeboten hatte.

In Blenheim Palace war am Donnerstag eine Cattelan-Ausstellung eröffnet worden. In der Nacht zum Samstag stiegen dann aber Diebe in das Schloss ein. "Das Kunstwerk, das gestohlen wurde, ist eine hochwertige Toilette aus Gold, die im Schloss ausgestellt war", erklärte der Polizeiinspektor Jess Milne. Da die Toilette angeschlossen gewesen sei, hätten die Diebe im Geburtshaus des früheren Premierministers Winston Churchill zudem eine Überschwemmung und "erheblichen Schaden" verursacht. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben am Samstag einen 66-jährigen Verdächtigen fest. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass mehrere Täter an dem Diebstahl beteiligt waren und mindestens zwei Fahrzeuge nutzten. Das Kunstwerk wurde bisher nicht wiedergefunden. Die Polizei arbeitete nach eigenen Angaben aber mit Hochdruck daran, das Goldklo zu finden "und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen".

Die Toilette konnte zur Nutzung gebucht werden

Die Verwaltung von Blenheim Palace teilte mit, sie sei "traurig über dieses außergewöhnliche Ereignis, aber auch erleichtert, dass niemand verletzt wurde". Das Schloss war am Samstag für Besucher geschlossen, sollte aber am Sonntag wieder öffnen. Das Klo konnte von Besuchern zur Nutzung gebucht werden - allerdings jeweils nur für drei Minuten, um lange Warteschlagen zu vermeiden. Während der Ausstellung im New Yorker Guggenheim Museum nutzten mehr als 100.000 Menschen die Toilette. Blenheim Palace gehört dem Herzog von Marlborough und dessen Familie. Der Bruder des Herzogs und Gründer der Blenheim Art Foundation, Edward Spencer-Churchill, hatte vergangenen Monat der Zeitung "The Times" gesagt, er sehe die Sicherheitsvorkehrungen für die Toilette entspannt.

Das Kunstwerk sei nicht leicht zu stehlen, sagte Spencer-Churchill. "Erstens ist es angeschlossen und zweitens hat ein potentieller Dieb keine Ahnung, wer die Toilette zuletzt benutzt hat oder was derjenige gegessen hat. Also nein, ich habe nicht vor, sie bewachen zu lassen." Er selbst freue sich darauf, das Klo zu benutzen, fügte er hinzu. Denn obwohl er "mit einem Silberlöffel im Mund geboren" worden sei, habe er noch nie auf einem goldenen Klo gesessen.

Die Ausstellung des für seine provokativen Werke bekannten Künstlers Maurizio Cattelan ist noch bis 27. Oktober zu sehen und zeigt unter anderem ein ausgestopftes Pferd, das von der Decke der Empfangshalle hängt.

Im Blenheim Palace fanden bereits Ausstellungen mit Werken von Ai Weiwei, Yves Klein, Jenny Holzer, Michelangelo Pistoletto und Lawrence Weiner statt.

Quelle: tagesspiegel/dpa


___________________________________


was machen diebe mit dem wohl weltweit einzigen pur-goldenen 18-karat klo? 

  • a) sie bringen es zum einschmelzen und verhökern die goldbarren, die sich daraus ergießen lassen;
  • b) sie wenden sich nach einiger zeit über mittelsmänner oder einem kunsthändler oder einem rechtsanwalt ganz inkognito an das museum - und bieten das corpus delicti zum "rückkauf" an;

eine menge weiterer möglichkeiten ergeben sich einfach nicht, es sei denn, man zieht sich gummistiefel an und schraubt das gute stück bei nacht uns nebel wieder auf den schloss-abfluss.

ansonsten - rein künstlerisch - ist dieses "kunstwerk" ja eigentlich nur ein gag bzw. "ein teurer spaß" - und nicht einmal ein "echtes" objet trouvé (dt: gefundener gegenstand, der künstlerisch "veredelt" wird), denn ein 18-karätiges goldklo kann man ja nun wahrlich nicht als "alltagsgegenstand" bezeichnen, der damit zum "kunstwerk" hochstilisiert oder veredelt wird.

es ist ja eher umgekehrt: hier wird teuerstes edelmetall einfach im übermut profanisiert - und bekommt damit eine satirische färbung. und ich muss dabei auch an das goldfoliensteak von monsieur ribéry denken.

da war der marcel duchamp in seiner kunst schon 1917  - also vor über 100 jahren - doch noch irgendwie anders und vielleicht doch radikaler, als er ein serien-urinal kopfüber auf einen sockel montierte und zur kunst-skulptur erklärte - zum "ready-made" (dt: fertigware) mit dem bezeichnenden titel "fountaine" - wobei allerdings neuerdings die künstlerin elsa von freytag-loringhoven als urheberin des umgedeuteten urinals favorisiert wird...

um zum echten "ready-made" zu werden, wird also ein gegenstand von seinem ursprünglichen gebrauchszweck gelöst und durch die aufstellung und den gewählten titel "semiotisch" als zeichen in seiner symbolhaftigkeit neu aufgeladen. der künstlerische akt liegt also primär im auswählen bzw. im erkennen des künstlerischen potenzials eines alltagsgegenstandes, womit gleichzeitig der traditionelle kunstbegriff ironisiert wird.

diese definitionsversuche treffen auf ein goldenes klo ja eigentlich nur bedingt zu, allenfalls in der "ironie" an sich: denn das klo musste ja extra als solches angefertigt werden und hatte von vornherein nichts als diese dekadente bestimmung - und dann noch mit dem bezeichnenden und eindeutig ironisierenden titel: "america".

kein wunder, dass diese goldschüssel vom goldhaarigen donald trump ignoriert wurde, obwohl sie auch seiner wohl jüngst ins "orange" gehende hautfärbungs-erscheinung gut "zu gesicht" bzw. zum allerwertesten - wenn man so sagen darf - gestanden hätte.

ich frage mich auch, ob die "kunst"diebe wohl im übermut in ihrem versteck das klo ganz in echt und ganz weltlich für ihre bedürfnisse benutzen oder benutzt haben - und wie sie sich dabei wohl fühlen.

und für ein gutes film-drehbuch eignet sich dieser coup allemal ...


Keine Kommentare:

Kommentar posten